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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zu Besuch in der Klärschlammverwertungsanlage Dinkelsbühl-Waldeck am 26.2.2008 (Bericht aus der Südwestpresse/Hohenloher Tagblatt vom 28.2.08)
   
 

Ein "Glück auf!" vom Minister
Lob für Innovationsfreudigkeit der Crailsheimer Stadtwerke - Großes Echo in der Fachwelt

Zu seinen "innovativen Stadtwerken" beglückwünschte Umweltminister Sigmar Gabriel Crailsheims Oberbürgermeister Andreas Raab. Bergmannssohn Gabriel wünschte den Stadtwerken ein herzliches "Glück auf!"

ANDREAS HARTHAN


22 000 Tonnen Klärschlamm und 65 000 Tonnen Holzhackschnitzel werden in dem Biomasseheizkraftwerk in Waldeck jährlich verarbeitet. In wenigen Wochen soll die Testphase abgeschlossen sein. Foto: Andreas Harthan

Dinkelsbühl/Crailsheim Im Endausbau verarbeitet das Biomasseheizkraftwerk in Waldeck 22 000 Tonnen Klärschlamm im Jahr - und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Umweltminister Sigmar Gabriel wünschte den Crailsheimer Stadtwerken - sie haben die Anlage konzipiert - nicht nur ein herzliches "Glück auf!", sondern auch viele Nachahmer.

Wobei Abkupfern nicht im Sinne der Stadtwerke wäre. Um das zu verhindern, wollen sie die Anlage, die ein Biomassekraftwerk mit einer thermischen Mineralisierungsanlage kombiniert, patentieren lassen. Über Interesse an dem Werk freuen sich die Stadtwerke hingegen schon. Die Anlage, die durch ihre Kraft-Wärme-Kopplung einen unglaublich hohen Wirkungsgrad von 80 Prozent erreicht, stößt in der Fachwelt auf große Resonanz. Schon vor der Inbetriebnahme des Kraftwerks sind Delegationen vor Ort und lassen sich über das zukunftsweisende "Crailsheimer Modell" informieren.

Das in Europa einmalige Pilotprojekt hat übrigens auch eine politische Dimension, die nicht unterschätzt werden darf. Die 27 Gesellschafter der Klärschlammverwertungs (KSV)-GmbH, heißt es in einer Pressemitteilung, machen sich unabhängig von "Energie-Oligarchen" und behalten die Stellschraube für die Kalkulation ihrer kommunalen Müllgebührenhaushalte in der Hand. Und die KSV-Gesellschafter - unter ihnen auch die Stadt Crailsheim - sparen "auf mittlere und lange Sicht gutes Geld".

Zunächst einmal wird die Klärschlammentsorgung, die ja jetzt zu einer umweltfreundlichen Verwertung wird, teurer. Bisher mussten Transport- und Deponiegebühren in Ostdeutschland bezahlt werden, nun muss die 34 Millionen teure Anlage zwischen Crailsheim und Dinkelsbühl finanziert werden. Im Fall Crailsheim macht das 250 000 Euro mehr aus. Künftig müssen 570 000 Euro im Jahr für die Beseitigung der fast 6000 Tonnen Klärschlamm, die jährlich in der Stadt anfallen, bezahlt werden.

Umweltschutz gibts eben nicht zum Nulltarif. Das sieht auch Umweltminister Gabriel so. Er verwies bei seinem Besuch vorgestern in Waldeck auf weiter steigende Kosten für Ver- und Entsorgung.

(Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de)

Bilder vom Besuch Sigmar Gabriels finden Sie hier.

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