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In Europa bislang einmalig
Umweltminister Gabriel besucht Klärschlammverwertungsanlage
in Waldeck
Normale Kraftwerke haben eine Energieeffizienz von gerade mal
35 Prozent. Das Biomasseheizkraftwerk in Waldeck kommt auf 80
Prozent. Ein guter Grund für Umweltminister Gabriel, vorbeizuschauen.
ANDREAS HARTHAN
Dinkelsbühl - Eine Idee der Crailsheimer Stadtwerke, realisiert
auf bayrischem Boden, finanziert von 27 Kommunen aus Baden-Württemberg
und Bayern. Das ist für Crailsheims Oberbürgermeister
Andreas Raab (er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Betreiberin
der Anlage, der Klärschlammverwertungsanlage GmbH) einerseits
ein "kleines Wunder", andererseits fast schon logisch,
weil Ausfluss der interkommunalen Zusammenarbeit im Magischen
Dreieck über Ländergrenzen hinweg.
Sichtlich beeindruckt von dem Heizkraftwerk, das mit Holzhackschnitzeln
"gefüttert" und dessen Wärme zur Mineralisierung
von Klärschlamm verwendet wird, zeigte sich gestern Nachmittag
Bundes-Umweltminister Sigmar Gabriel bei einem Besuch der Anlage
in Waldeck bei Dinkelsbühl. Mit Recht, denn das Kraftwerk,
das auch eine Klärschlammverwertungsanlage ist, kommt auf
eine Energieeffizienz von schier unglaublichen 80 Prozent. Zum
Vergleich: Normale Großkraftwerke können gerade mal
um die 35 Prozent aufweisen. Zieht man noch den Verlust auf langen
Transportwegen ab, bleiben kümmerliche 30 Prozent.
Energieeffizienz ist sowohl für Josef Wagner, den Technischen
Geschäftsführer der Crailsheimer Stadtwerke, als auch
Umweltminister Gabriel ein großes Anliegen, und so kam es
auch zu einer Bezuschussung des europaweit einmaligen Pilotprojekts
durch das Bundesumweltministerium. 2,5 Millionen Euro wurden aus
dem Umweltinnovationsprogramm zur Verfügung gestellt. Die
Baukosten des 9-Megawatt-Heizkraftwerkes, das von 27 Kommunen
diesseits und jenseits der Landesgrenze getragen wird, belaufen
sich auf 34 Millionen Euro. Die Jahresstromproduktion reicht zur
Versorgung von 20 000 Haushalten.
Die Anlage ermöglicht nicht nur eine klimaneutrale Produktion
von Strom und Wärme, sie löst auch das immer größer
werdende Klärschlammproblem. Bislang gab es auch in der Region
einen regelrechten Klärschlammtourismus nach Ostdeutschland.
Dort wurde der problematische Stoff, den die Landwirtschaft nicht
mehr haben will, in ausgebeuteten Braunkohlegruben abgelagert
oder in Kraftwerken verbrannt. Jetzt kann der Klärschlamm
vor Ort verarbeitet werden. Was die Anlage in Waldeck, die inzwischen
als "Crailsheimer Modell" in der Fachwelt für Aufsehen
sorgt, "ausspuckt", ist ein unproblematischer Stoff,
der beispielsweise im Straßenbau verwendet werden kann.
Ende März soll die Anlage ihren Betrieb aufnehmen.
(Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de)
Bilder vom Besuch Sigmar Gabriels finden
Sie hier.
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