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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zu Besuch in der Klärschlammverwertungsanlage Dinkelsbühl-Waldeck am 26.2.2008 (Bericht aus der Südwestpresse/Hohenloher Tagblatt vom 27.2.08)
   
 

In Europa bislang einmalig

Umweltminister Gabriel besucht Klärschlammverwertungsanlage in Waldeck

Normale Kraftwerke haben eine Energieeffizienz von gerade mal 35 Prozent. Das Biomasseheizkraftwerk in Waldeck kommt auf 80 Prozent. Ein guter Grund für Umweltminister Gabriel, vorbeizuschauen.

ANDREAS HARTHAN
Dinkelsbühl - Eine Idee der Crailsheimer Stadtwerke, realisiert auf bayrischem Boden, finanziert von 27 Kommunen aus Baden-Württemberg und Bayern. Das ist für Crailsheims Oberbürgermeister Andreas Raab (er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Betreiberin der Anlage, der Klärschlammverwertungsanlage GmbH) einerseits ein "kleines Wunder", andererseits fast schon logisch, weil Ausfluss der interkommunalen Zusammenarbeit im Magischen Dreieck über Ländergrenzen hinweg.

Sichtlich beeindruckt von dem Heizkraftwerk, das mit Holzhackschnitzeln "gefüttert" und dessen Wärme zur Mineralisierung von Klärschlamm verwendet wird, zeigte sich gestern Nachmittag Bundes-Umweltminister Sigmar Gabriel bei einem Besuch der Anlage in Waldeck bei Dinkelsbühl. Mit Recht, denn das Kraftwerk, das auch eine Klärschlammverwertungsanlage ist, kommt auf eine Energieeffizienz von schier unglaublichen 80 Prozent. Zum Vergleich: Normale Großkraftwerke können gerade mal um die 35 Prozent aufweisen. Zieht man noch den Verlust auf langen Transportwegen ab, bleiben kümmerliche 30 Prozent.

Energieeffizienz ist sowohl für Josef Wagner, den Technischen Geschäftsführer der Crailsheimer Stadtwerke, als auch Umweltminister Gabriel ein großes Anliegen, und so kam es auch zu einer Bezuschussung des europaweit einmaligen Pilotprojekts durch das Bundesumweltministerium. 2,5 Millionen Euro wurden aus dem Umweltinnovationsprogramm zur Verfügung gestellt. Die Baukosten des 9-Megawatt-Heizkraftwerkes, das von 27 Kommunen diesseits und jenseits der Landesgrenze getragen wird, belaufen sich auf 34 Millionen Euro. Die Jahresstromproduktion reicht zur Versorgung von 20 000 Haushalten.

Die Anlage ermöglicht nicht nur eine klimaneutrale Produktion von Strom und Wärme, sie löst auch das immer größer werdende Klärschlammproblem. Bislang gab es auch in der Region einen regelrechten Klärschlammtourismus nach Ostdeutschland. Dort wurde der problematische Stoff, den die Landwirtschaft nicht mehr haben will, in ausgebeuteten Braunkohlegruben abgelagert oder in Kraftwerken verbrannt. Jetzt kann der Klärschlamm vor Ort verarbeitet werden. Was die Anlage in Waldeck, die inzwischen als "Crailsheimer Modell" in der Fachwelt für Aufsehen sorgt, "ausspuckt", ist ein unproblematischer Stoff, der beispielsweise im Straßenbau verwendet werden kann. Ende März soll die Anlage ihren Betrieb aufnehmen.

(Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de)

Bilder vom Besuch Sigmar Gabriels finden Sie hier.

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